BHAKTI: DIE BEDEUTUNG UND DAS ZIEL

DIE FÜNF STÄRKSTEN BHAKTI PRAKTIKEN

Über das Srimad-Bhagavatam zu sprechen ist eine der essentiellen  Bhakti Praktiken
Über das Srimad-Bhagavatam zu sprechen ist eine der essentiellen Bhakti Praktiken

1. Gottes Namen chanten

 

Gottes Namen sind mit Ihm identisch und deshalb transzendental. Caitanya Mahaprabhu lehrte, dass das Chanten des großen Mantras „Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare“ die erhabene Methode ist, unser transzendentales Bewusstsein oder Krishna-Bewusstsein wiederzuerwecken.

 

Wenn man diesen Mantra chantet, kann man das transzendentale Glück spüren, das aus dem spirituellen Reich kommt. Die meisten von uns sind in das materielle Leben verstrickt, doch selbst ein materiell in Beschlag genommener Mensch gelangt schnell auf die spirituelle Ebene, wenn er chantet.

 

Der Mantra ist ein spiritueller Anruf des Herrn und Seiner inneren Energie. Er soll in der Stimmung eines Kindes gechantet werden, das nach seiner Mutter weint. Das Chanten ist ein Gesuch, wieder in unsere natürlich Stellung des reinen hingebungsvollen Dienstes zu Krishna aufgenommen zu werden. Wenn wir den Mantra ernsthaft chanten, rufen wir die Barmherzigkeit der inneren Energie (Radha) an, die uns hilft, die Gunst Krishnas zu erlangen.

 

Wenn es etwas gibt, was wir für unseren letztendlichen Nutzen tun können, dann ist es das Chanten des Hare Krishna-Mantras.

 

 

2. Srimad-Bhagavatam lesen

 

„Das herrliche Bhagavatam, das vom großen Weisen Vyasadeva [auf der Stufe seiner Reife] verfasst wurde, genügt allein schon, Gotteserkenntnis zu vermittlen. Wozu braucht man also noch irgendwelche anderen Schriften? Wenn man die Botschaft des Bhagavatam aufmerksam und ergeben hört, wird durch diese Entwicklung von Wissen der Höchste Herr im Herzen offenbar.“ – Srimad Bhagavatam 1.1.2

 

Das Srimad-Bhagavatam, welches kurz nach Krishnas Zeit auf der Erde gesprochen wurde, erklärt in Form einer detaillierten Abhandlung die Wissenschaft Gottes einschließlich Seiner Schöpfung, Seiner ewigen Aktivitäten, der Art und Weise, wie man Ihn erlangt, und die Leben einiger Seiner großen Geweihten.

 

Während die Veden viele Themen abdecken, die für die menschliche Zivilisation notwendig sind, ist das Srimad Bhagavatam eine rein transzendentale Schrift, deren Zweck darin besteht, unsere Liebe für Krishna zu erwecken.

 

Gott ist die Substanz oder Wurzel aller Kategorien, und da das Srimad-Bhagavatam das Thema Gott ausschließlich und erschöpfend behandelt, kommen wir durch das Lesen dieses großartigen Buchs allen Dingen auf den Grund.

 

Srila Prabhupada schreibt: „Wenn man das Srimad-Bhagavatam genügend hört, wird das verunreinigte Lebensziel, über die Materie zu herrschen, verblassen, und die Menschen in allen Teilen der Welt werden ein friedvolles Leben in Wissen und Glückseligkeit führen können.“ – Erläuterung zu Srimad Bhagavatam 2.2.37

 

Das geduldige, ehrerbietige und folgsame Hören des Srimad Bhagavatam trägt wesentlich zur Erweckung der Bhakti bei.

 

 

3. Verehrung der Altargestalt

 

Gott ist spiritueller Geist, wie aber Krishna in der Bhagavad-gita offenbart, ist die Materie Seine Energie. Da wir in unserem gegenwärtigen Zustand den spirituellen Geist nicht wahrnehmen können, erlaubt uns Krishna, Ihn in der Bildgestalt zu sehen, die aus materiellen Elementen besteht. Er sagt, dass die Bildgestalt, die nach den Anweisungen der Schriften installiert wurde, mit Ihm identisch ist.

 

Die Verehrung der Bildgestalt ist ein wichtiger Vorgang, unsere Sicht zu reinigen, damit wir letztendlich Krishnas spirituelle Gestalt sehen können. Deshalb muss die Bildgestaltenverehrung mit Achtsamkeit und Hingabe ausgeführt werden. Sie ist eine dinglich wahrnehmbare Methode, Gott in unserem gegenwärtigen Zustand direkt zu dienen.

 

Bildgestaltenverehrung ist kein Götzenkult – sie ist Gottesdienst nach den Anweisungen des Herrn. Götzendienst ist die Verehrung einer erfunden Form Gottes.

 

 

4. Gemeinschaft mit Gottgeweihten

 

Die Bhagavad-gita (2.62) weist darauf hin, dass die Wünsche und Ziele eines Menschen sich entsprechend seinem Umgang entwickeln. Wenn wir Gemeinschaft mit Krishnas Geweihten halten, entwickelt sich unsere Liebe zu Krishna.

 

Das Srimad Bhagavatam (3.25.25) sagt:

 

„In der Gemeinschaft reiner Gottgeweihter ist die Erörterung der Spiele und Taten der Höchsten Persönlichkeit Gottes für das Ohr und das Herz sehr angenehm und befriedigend. Indem man solches Wissen kultiviert, schreitet man auf dem Pfad der Befreiung allmählich fort. Danach ist man befreit, und die Anziehung festigt sich. Dann beginnen wirkliche Hingabe und hingebungsvoller Dienst.“


Der Ausdruck „reiner Gottgeweihter“ kann sich entweder auf den Gottgeweihten der höchsten Ebene oder aber auf jeden anderen beziehen, der sich ernsthaft bemüht, ein reiner Gottgeweihter zu werden. Jemand, der sich für Bhakti Yoga interessiert, sollte einen solchen Menschen aufsuchen. Srila Prabhupada schreibt: „Wir haben die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein gegründet, um der Menschheit eine Gelegenheit zu geben, sich mit Personen zusammenzutun, die Krishna nicht vergessen haben.“

 

Sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene auf dem Pfad der Bhakti, die nicht in der Nähe von Tempeln leben, halten Treffen zu Hause oder bei Freunden ab, wo sie Hare Krishna chanten, den Herrn verehren, prasadam (vegetarische Speise, die Krishna dargebracht wurde) zu sich nehmen, die Bhagavad-gita und das Srimad Bhagavatam lesen und diskutieren, sich über ihre spirituelle Praxis austauschen und Pläne zur Verbreitung des Krishna-Bewusstseins machen.

 

 

5. An einem Heiligen Ort wohnen

 

Jeder direkt mit Krishna verbundene Ort ist spirituell mit Ihm identisch und daher ideal, um Bhakti Yoga zu praktizieren. In Indien gibt es viele Stätten, an denen Krishna während verschiedener Inkarnationen für alle sichtbare Aktivitäten ausführte. Diese Orte haben eine besondere Bedeutung, und der wichtigste unter ihnen ist Vrindavana (Uttar Pradesh), wo Krishna Selbst erschien, und Mayapur (West-Bengalen), wo Caitanya Mahaprabhu erschien.

 

Das transzendentale Ambiente dieser Stätten verstärkt ungemein die Praxis der Bhakti. Darüber hinaus ist die Atmosphäre dort mit Ansichten und Klängen geschwängert, die den Besucher ausnahmslos an Krishna erinnern. Und was am wichtigsten ist, an heiligen Orten erhält man die Gemeinschaft reiner Gottgeweihter, die in uns Liebe für Krishna erwecken können.

 

Die erhabensten Gottgeweihten, z.B. die Gefährten von Sri Caitanya Mahaprabhu, können an heiligen Orten das Wirken des Herrn wahrnehmen, welches auf der spirituellen Ebene stattfindet.

 

Jeder Tempel des Herrn, wie auch jeder andere Ort, an dem Er im Mittelpunkt steht, ist ebenfalls ein heiliger Ort. Wenn wir also nicht an einem Ort wie Vrindavana oder Mayapur leben können, sollten wir unser Zuhause in einen heiligen Ort verwandeln und regelmäßig die Tempel des Herrn besuchen – Ebenbilder der spirituellen Welt.